Der Yachtclub Greetsiel wurde im Jahre 1971 gegründet und feierte 1996 sein 25-jähriges Bestehen.
Aus den kleinsten Anfängen hat sich der Yachtclub Greetsiel e.V. dann zu einem Verein entwickelt, bei dem es stetig aufwärts ging.

Der Aufschwung wurde durch den Hafenausbau in Greetsiel stark begünstigt. Wichtig war aber, dass der Verein die Gelegenheit nutzte und durch Eigenleistungen kontinuierlich für eine Erweiterung seiner Anlage sorgte. Der Yachtclub verfügt über ein schwimmendes Clubheim und eine moderne Steganlage.
Dadurch bietet der Hafen Greetsiel auch Gästen die Möglichkeit, hier vor Anker zu gehen.

Gleichzeitig trug der Verein damit auch zur Verschönerung des Hafenbildes bei.

Gesamt Mitglieder (Stand: April 2005): 203 Mitglieder, davon aktive 115 und passive 88.


Geschichte

Am 16.06.1971 trafen sich Georg Fleßner, K.-D. Tammen, Wübbo Groothuis, Johann Rah und Gerhard Poppinga in der Fischgaststätte Oltmanns, Greetsiel, um eine Gründungsversammlung vorzubereiten, welche dann am 30.06.1971 am selben Ort stattfand. Von den 14 Anwesenden erklärten sich 10 Personen bereit, dem Verein beizutreten. Einstimmig wurde beschlossen, die Bezeichnung "Yachtclub Greetsiel e.V." zu wählen und als Stander das Wappen von Greetsiel zu verwenden.
Im Rahmen der im gleichen Jahr am 8. Oktober einberufenen Mitgliederversammlung wurde die Satzung verabschiedet und der Vorstand gewählt.

Im Gründungsjahr 1971 des "Yachtclub Greetsiel e.V." gehörten folgende Boote zum Verein:

1. »Delphin« (Wübbo Groothuis)
2. »Espalmador« (Gerhard Brauer)
3. »Nordstern« (Johann Funk)
4. »Pirol« (Gerhard Jürgens)

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Georg Fleßner, Johann Funk, Wübbo Groothuis, Hermann Jacobsen, Gerhard Jürgens, Hans-Gerhard Lüpkes, Tjado Osten, Gerhard Poppinga, Johann Rah, Bernhard Tammäus, Klaus-Dieter Tammen

1975 bekam der Verein die Genehmigung für eine Liegefläche im Fischereihafen. Nach umfangreichen Baggerarbeiten konnte die erste Steganlage, von Vereinsmitgliedern in der Freizeit gebaut, eingeschwommen werden. An diesem Steg lagen die Boote längsseits oder in Päckchen, bevor später die Fingerstege hinzukamen. Noch heute wird diese Steganlage genutzt, ein Beweis für die gute Arbeit. 1979 kam die zweite Steganlage hinzu; somit hatten 30 Boote einen Liegeplatz.

Besondere Ziele unserer Segeltörns sind natürlich die vorgelagerten Inseln. Zu den Segelvereinen auf Juist und Norderney verbindet uns ein besonderes kameradschaftliches Verhältnis, deshalb wird als Ziel für das An- oder Absegeln gerne eines der beiden Inseln gewählt. Freundlicherweise stellt uns der Seglerverein auf Juist immer wieder ihr Clubheim zur Verfügung.
Hausboot
Hausboot von Innen
De Freebeuters


Bevorzugtes Ziel unserer Segeltörns war in den 70er und 80er Jahren eine kleine Balje in der Kachelotenplate, die uns bei Niedrigwasser Schutz vor Wind und Wellen bot.

Unvergessliche Eindrücke sammelten wir auf unseren Törns: Den Anblick eines Seehundes, der neugierig unser ankerndes Boot umkreist. In der Sonne sich aalende Seehunde, die sich nicht durch unsere vorbeigleitenden Boote stören ließen. Das Geschrei der Seevögel. Das Meeresleuchten. Tausende geheimnisvolle Laute im nächtlichen Watt, wo die Natur herrscht und wir zu Besuch sind.

Eng verbunden fühlt sich der Verein auch mit den Greetsieler Fischern. Ohne ein freundliches Zuwinken zieht man auf See nie aneinander vorbei.

Am 5. Dezember 1981 feierten wir unser l0-jähriges Bestehen im Saal des "Hohen Hauses- in Greetsiel. Es war ein gelungenes Fest und im Rückblick eines der schönsten Veranstaltungen, die wir bisher im Verein hatten.

Mit der Zeit wurde der Wunsch nach einer Begegnungsstätte wach, jedoch konnte aus finanziellen Gründen diese Idee nicht so bald verwirklicht werden.

Unser Vereinsmitglied Harm Iben wurde auf ein Hausboot, das bei der Fa. Schmeding, Emden, zum Verkauf stand, aufmerksam. Er befand es als geeignetes Objekt für ein zukünftiges Clubheim und schlug dem Verein den Kauf vor.

Nach Besichtigung durch den Vorstand war man sich schnell einig, dieses Hausboot zu erwerben. Auf der Mitgliederversammlung vom 14.2.1981 wurde der Kauf mit 31 "Ja"-Stimmen, 6 Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen.

Nachdem ein Greetsieler Kutter das Wohnboot von Emden nach Greetsiel geschleppt hatte, wurde es in mühevoller Arbeit von Vereinsmitgliedern ausgebaut. Der Club verfügte nun endlich über ein schmuckes Clubheim, welches eine wesentliche Bereicherung für uns und unsere Gäste wurde.

Aus den bescheidenen Anfängen ist ein starker Verein geworden, der auch für den Fremdenverkehr beachtliche Leistungen erbracht hat. Unter anderem ist aus den Reihen der Segler der Shanty Chor "de Freebeuters" entstanden, der sein Können auch in Funk und Fernsehen unter Beweis stellen konnte. Seither steht er unter der Leitung unseres Segelkameraden Dr. Peter Schütz.

Der Chor gehört zum festen Bestandteil des Greetsieler Kulturlebens und feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Am 14./15. Juli 1984 und am 21.722. Juni 1985 veranstaltete der Yachtclub Greetsiel e.V. Hafenfeste, welche sich durch die ereignisreiche Gestaltung als wahrer Magnet für Tausende von Gästen erwiesen haben.

Auf beiden Veranstaltungen wurden jeweils weit über 10.000 Besucher gezählt. Die Segelkameraden der benachbarten Wassersportvereine folgten zahlreich unserer Einladung und sorgten im Hafen mit ihren Booten für ein farbiges maritimes Bild. Nur durch den Einsatz aller Mitglieder konnten wir ein buntes Programm mit vielen Höhepunkten bieten. Auf diesen beiden Hafenfesten zeigten auch unsere jüngsten Segler, unter der Leitung von Harm Iben, bei einer Optimistenregatta vor einem breiten Publikum ihr Können.

Am 13. August 1983 bot der Yachtclub der Behindertensportabteilung des Süderneulander Sportvereins ein unvergessliches Erlebnis. 90 Mitglieder fanden auf 11 Segelbooten und 3 Fischkuttern Platz für eine Fahrt in See. Die Teilnehmer waren begeistert, so dass sich Segler und Greetsieler Fischer bereit erklärten, diese Fahrt 1984 zu wiederholen, welche dann auch durchgeführt werden konnte. Die 600-Jahr-Feier des Greetsieler Hafens vom 12.8.-21.S.1988 fand unter reger Beteiligung unseres Shanty-Chores statt. Die Jugendabteilung unter Harm Iben hatte ebenfalls wesentlich zum Gelingen des Festes beigetragen.

Am 11.6.1988 veranstalteten wir unsere erste vereinsinterne Regatta. Bei stürmischem Wetter konnten gute Zeiten gesegelt werden. Alle Boote erreichten ohne nennenswerte Schäden das Ziel. Diese und nachfolgende Regatten lagen in den Händen von Jann Looden und Wübbo Groothuis.

1991 war ein besonderes Jahr. Der Yachtclub bestand 20 Jahre und die Schleuse wurde fertiggestellt. Während der Endbauphase wurden wir mit unseren Booten ausgesperrt. Hier stellten uns die Yachthafengemeinschaft Norden-Norddeich und der Seglerverein Norderney spontan Liegeplätze für unsere Boote in ihren Yachthäfen zur Verfügung. Für diese kameradschaftliche Hilfsbereitschaft sei an dieser Stelle noch einmal besonders gedankt.

Der Abschied von Ebbe und Flut im Hafen hat bei manchen Seglern unseres Clubs Wehmut aufkommen lassen. Das gemeinsame Ablegen und Ankommen der Boote beim passenden Wasserstand der Gezeiten ist vorbei. Doch der Abschied brachte auch viel Gutes - und es wurde gefeiert.

Am 7. September 1991 war es dann soweit: Die Tore öffneten sich und unser Yachtclub hatte zu einem Schleusenfest eingeladen. Eine endlose Reihe von über die Toppen geflaggten Boote zog durch die geöffnete Schleuse und die neue Wasserstraße zum Hafen.

Von überall waren die Skipper gekommen. Dieses Ereignis wollten sie miterleben und beim Schleusenfest dabei sein. So etwas hatte der Greetsieler Hafen noch nicht gesehen. Der Hafen war ein Wald voller geschmückter Masten.

1993 musste der Yachtclub seine bisherige Liegefläche aufgeben und zog, bedingt durch die umfangreichen Deichbauarbeiten, zum jetzigen Liegeplatz. Wir verfügen jetzt über eine moderne Steganlage, die allen Anforderungen gerecht wird.

Als vor 25 Jahren einige Segler den Yachtclub Greetsiel e.V. gründeten, hat wohl keiner von ihnen an eine solche rasante Entwicklung gedacht. Heute sind die Boote unseres Clubs aus dem Greetsieler Hafen nicht mehr wegzudenken. Sie prägen neben den Fischkuttern das Bild des Hafens.

Idealismus, Mut und Entschlossenheit, große finanzielle Anstrengungen sowie viel Arbeit der Mitglieder in ihrer Freizeit schafften das heutige Bild. Aber aller Einsatz wäre ohne Unterstützung erfolglos geblieben. Unser Dank gilt daher allen Institutionen und Firmen, die uns bei unseren Vorhaben behilflich waren und zur Seite standen.